Kurz gefasst
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich gegen Formen digitaler Gewalt zu wehren. Die Wahl des „richtigen“ Weges hängt von diversen Faktoren ab. Es kommt auf die schwere des Falles an, aber auch auf die Ressourcen, die der betroffenen Person zur Verfügung stehen.
Eine Betroffene berichtet
„Mein Ex-Partner hat mir bei Instagram ein Dickpic und sexistische Bemerkungen geschickt. Ich wollte das nicht und finde es widerlich.“
Worum geht es hier?
Digitale Gewalt hat viele Gesichter. Vieles, was online passiert, wird mittlerweile als „normal“ bewertet. Dabei werden grenzüberschreitende Verhaltensweisen normalisiert. Betroffene tendieren dazu, Gewalterfahrungen klein zu reden oder zu ignorieren. Dabei spielen Gesellschaft, Politik und Medien eine bedeutende Rolle. Berater*innen sind dazu da, auf das Individuum einzugehen und Bedürfnis orientierte Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Wird wie im Fallbeispiel dargestellt, ein Straftatbestand erfüllt (§ 184), sollte es zu einer polizeilichen Anzeige kommen. Doch dieser Weg bedeutet einen gewissen Einsatz von Ressourcen seitens der betroffenen Person. Nicht immer sind diese Ressourcen verfügbar. Deshalb ist es wichtig, Betroffenen nicht nur ihre Handlungsmöglichkeiten aufzuweisen, sondern auch den damit verbundenen Aufwand. Und auch den Grad an Nachhaltigkeit, den die jeweilige Handlung haben kann.
Dafür bietet sich das 5-Finger-Prinzip aus der analogen Selbstverteidigung an. Die 5 Finger-Eselsbrücke eignet sich sowohl als roter Faden für die Beratung, als auch für Betroffene für den zukünftigen Umgang mit ähnlichen Erfahrungen (Selbstermächtigung).

